Projektnummer

214

Ort

Basel

Jahr

2016

Programm

Wohnungsbau

Auftragsart

Direktauftrag

Auftragsgeber/-in

Privat

Status

Realisiert

Projekt

sabarchitekten

Auszeichnung

Auszeichnung guter Bauten Bl und BS
Bester Umbau
Heimatschutzpreis
Nomination Wüstenrot Stiftung, Umgang mit denkmalwürdiger Bausubstanz

Beteiligte

Bauingenieur: Schmidt + Partner, Büro für Bau und Holz, Bauphysik: Gartenmann Engineering

Fotografie

Michael Fontana

Das kleine Stadthaus als Teil eines Blockrandgevierts im übergang zwischen Neubau und inventarisiertem Altbau leistet einen Beitrag zur baulichen Verdichtung der Stadt. Die Aufstockung in Holzbauweise ermöglicht es hochwertigen Wohnraum mitten in der Stadt zu realisieren. Dabei schafft die Verbindung von Alt- und Neubau sehr unterschiedliche Wohnqualitäten und verbindet sich im Ausdruck atmosphärisch mit dem heterogenen Quartier. Das Projekt organisiert im Erd- und im 1. Obergeschoss jeweils einfache Wohnungen, die sich strukturell in den Bestand einfügen. Die schön proportionierten Räume werden saniert und mit den nötigen Nassräumen und Küchen ausgerüstet. Der Charakter des Altbaus wird dabei bewusst gepflegt und punktuell den neuen Bedürfnissen angepasst. Ein aufgesetzter Holzbau erweitert die Wohnfläche mit einer Maisonettewohnung.
Die Aufstockung tritt zur Strasse als zweistöckiges, verputztes Volumen auf, während zum Hof die ursprüngliche dreigeschossige Struktur des Altbaus beibehalten und der Neubau nur eingeschossig in Erscheinung tritt. Anders als im Altbau verschränkt die Aufstockung Neubaubereich und Bestand zu einer luftigen Wohnlandschaft. Die geschossweise versetzten, offenen Wohn- und Essbereiche sind über eine innenliegende Treppe verbunden. Diagonale Sichtbezüge schaffen grosszügige Raumdurchblicke, der Blick wird über die Loggia in den weiten, baumbestandenen Innenhof geleitet. Einfache Materialien; rohe Gipswände, ein Boden aus Duripanelplatten und Eichenriemen ergänzen den Bestand und binden den Aufbau atmosphärisch an die historische Bausubstanz. Das Thema des Weiterbauens prägt auch die äussere Erscheinung des Hauses. Der Holzbau zeigt sich als verputzter Körper und verbindet sich mit so dem Bestand; die neuen Holz-Metallfenster nehmen Bezug zur Geometrie der bestehenden Fassadeneinteilung und interpretieren in ihrer Ausformung die historischen Gewände. Im übergang zwischen modernem Renditebau und historischem Stadthaus schlägt das Projekt einen entspannten Umgang mit Stadt und Geschichte vor.